Die Milz – das vergessene Organ

Die Milz ist ein etwa 150 Gramm schweres Organ, welches im rechten Oberbauch unter dem Zwerchfell liegt. Es gehört eher zu den «langweiligen» Organen, weil es selten durch Schmerzen in Erscheinung tritt und auch nicht als absolut lebenswichtig eingestuft wird. Trotzdem hat die Milz vielfältige Aufgaben und ist auch unterstützungswürdig. Obwohl sie in unserer westlichen Medizin so eine Aussenseiterrolle hat, ist dies in anderen, traditionellen Medizinsystemen keinesfalls so. Die Chinesische Heilkunde (TCM) hat diesem Organ einen ganz anderen Stellenwert zugeordnet und sieht es energetisch eng mit der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) verbunden.

Wenn der Körper gegen «Eindringlinge» kämpft, z.B. gegen Viren, Bakterien oder Parasiten, vermehrt sich das Abwehrgewebe der Milz. Auch wenn die Abwehr sich gegen körpereigene Strukturen wendet, wie dies bei Autoimmunerkrankungen, beispielsweise Polyarthritis stattfindet, kann die Milz vergrössert sein.

Die Milz ist ein vielseitiges Organ. Erkrankungen der Milz werden häufig nicht erkannt: Bei allen Störungen der Blutzellen und des Immunsystems, aber auch bei Essstörungen, Übelkeit, Verspannungen und Entzündungen im Bereich der Verdauungsorgane, bei Herzproblemen, Husten, Bindegewebserkrankungen, Seitenstechen oder Verlangen nach Süssem sollte vermehrt die Milz als ausgleichendes, regulierendes Organ bedacht und gegebenenfalls therapiert werden.

Aus traditioneller Sicht entsteht als Folge einer Milzinsuffizienz das Schwarzgalle-Krankheitsprinzip (Melancholos). Bemerkbar macht sich dies mit mangelnder Heilungsreaktion und Neigung zu Chronizität und Degeneration, Elastizitätsverlust, Erstarrung, Kristallisationsprozesse, Depressionen mit geistiger Unbeweglichkeit bis hin zur Malignität (Krebstendenz). Daraus resultieren typische Erkrankungen wie Depressionen, Motivationsverlust, chronische trockene Katarrhe, chronische Ekzeme, Arthritis, Arthrose und Gelenkversteifung, Nierensteine, Ulcerationen (Geschwüre) und Krebserkrankungen. Diagnostisch wird im Bereich der Naturheilkunde die Milz bei diesen Äusserungen mit einbezogen.

Kein Organ ist überflüssig! Auch wenn wir ohne Milz leben können, heisst dies nicht, dass sie unnütz ist. In vielen Fällen zeigt es sich als wichtig, dieses Organ zu unterstützen. Da sie selbst in ihren Äusserungen nicht sehr reaktionsfreudig ist, sind obgenannte Symptomenbilder wichtige Hinweise auf ein eventuelles therapeutisches Angehen der Milz.

Die Naturheilkunde kennt einige Heilpflanzen, mit denen man die Milz stärken kann. Ausgehend davon, dass man ähnlich wie in der TCM einen Funktionskreis von der Milz und der Bauchspeicheldrüse miteinbezieht, empfehlen sich Heilpflanzen, die auch als Leberheilpflanzen oder als Entgiftungsmittel genutzt werden können.

Die Milzenergie stärkt man durch logisches Denken und praktische Vernunft. Wissen und Erinnerungsvermögen werden dem Wirkbereich der Milz zugeordnet. Ständiges Grübeln dagegen schwächt die Milz, ebenso wie ständiges Sich-Sorgen um dies und das.

Eine gesunde Milz verleiht den Emotionen Ausgeglichenheit, Frieden, sie erdet uns und glättet die Wogen. Starkes Verlangen nach Süssem weist oft auf eine Disharmonie hin.

Tipp:
Bei Beschwerden im Bereich der Milz, Milzschwäche oder Milzstauung:

Spagyrische Essenzmischung mit China, Taraxacum, Zingiber, Cuprum arsenicum und Ferrum sidereum.

 

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Toni Moser
Eidg. Dipl. Drogist
Fachberater für Naturheilverfahren, Rothenburg/Luzern

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